Die größten institutionellen Investoren setzen angesichts der Volatilität verstärkt auf Liquidität, Infrastruktur Assets, aber auch Emerging Markets, so das Global Asset Owner Barometer 2026 von Marsh
Frankfurt a.M., 21. September 2026 ─ Marsh (NYSE: MRSH), ein weltweit führendes Professional-Services-Unternehmen, hat heute die Ergebnisse seines Global Asset Owner Barometer 2026 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass viele der weltweit größten Asset Owner mit einem gemeinsam verwalteten Vermögen von 5,76 Billionen US-Dollar angesichts geopolitischer Unsicherheit, anhaltender Inflation und eines sich wandelnden Anlageumfelds erhebliche Änderungen an ihren Portfolios vornehmen.
Nahezu die Hälfte (48 Prozent) der befragten institutionellen Investoren hat ihre geografische Ausrichtung in den vergangenen 12 Monaten angepasst, während mehr als ein Drittel das Gesamtrisiko des Portfolios reduziert (37 Prozent) und die Liquidität oder liquide Vermögenswerte erhöht hat (37 Prozent).
„Die diesjährige Studie erfolgt vor dem Hintergrund eines historischen Anstiegs der Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur, Rechenzentren und Halbleiter – ein Wandel, der bereits in den Unternehmensgewinnen sichtbar wird“, erläutert Niall O’Sullivan, Global Chief Investment Officer, Marsh Investments and Retirement. „Kapital ist in Bewegung und Investoren sind auf der Suche nach echter Diversifizierung, Inflationsschutz und Flexibilität.“
Infrastruktur, Inflationsschutz und Emerging Markets prägen die Allokationspläne
Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der befragten institutionellen Investoren beabsichtigt, ihre Allokation in Infrastruktur Assets in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen. Inflationsindexierte Anleihen und Aktien aus Emerging Markets gewinnen ebenfalls an Dynamik; 41 bzw. 47 Prozent der Befragten planen, ihre Anteile in diesen Assetklassen jeweils zu erhöhen.
Die bedeutendste Veränderung bei den Anlageklasse-Plänen gegenüber dem Vorjahr betrifft liquide Vermögenswerte. Achtunddreißig Prozent der Befragten planen, ihre Allokation im nächsten Jahr zu erhöhen, gegenüber 9 Prozent im Jahr 2025.
„Diese Verschiebungen deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren bewusst eine Barbell-Position einnehmen: Sie stärken den Abwärtsschutz und die Diversifikation und behalten gleichzeitig die Flexibilität, auf Marktchancen zu reagieren“, so O’Sullivan. „Um das zu tun, brauchen Anleger mehr als gute Ideen. Sie brauchen integrierte Beratung und Lösungen, mit der sich Strategien in die Praxis umsetzen lassen – über Märkte, Risiko, Liquidität und langfristige Renditeziele hinweg.“
Private Markets sind weit verbreitet, aber Investoren werden zunehmend selektiver
Das Engagement in Private Markets ist unter den 430 befragten institutionellen Investoren nahezu universell. Fast alle (96 Prozent) berichten von Allokationen in Private Markets, gegenüber 80 Prozent im Jahr 2025. Allerdings hat das Interesse an Private Debt und Private Equity im Vergleich zum Vorjahresniveau nachgelassen. Etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) der institutionellen Investoren plant, die Bestände an Private Debt in diesem Jahr zu erhöhen, verglichen mit 48 Prozent im Jahr 2025.
Während der Zugang zu Private Markets breiter geworden ist, werden Investoren zugleich selektiver: 44 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihre Auswahlkriterien angesichts der gestiegenen Marktkomplexität verschärfen. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Bewertungen, die für fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten nach wie vor der wichtigste Faktor für die Kapitalallokation sind.
„Private Markets sind leichter zugänglich geworden, aber schwieriger gut zu managen. Die Bewertungen sind hoch, der Wettbewerb um Vermögenswerte hat sich verschärft, und Erfolg hängt nun von tiefgehender Deal-Expertise ab, statt einfach nur über Kapital zu verfügen, das eingesetzt werden kann“, sagt Garvan McCarthy, Chief Investment Officer of Alternatives, Marsh Investments and Retirement. „Zukünftig werden vor allem die institutionellen Investoren Vorteile haben, die ihre Kapitalzusagen flexibel steuern können, ihre Allokations-Disziplin beibehalten und verstehen, wie sich jedes Engagement auf die Liquidität und das Gesamtrisiko des Portfolios auswirkt.“
Investitionen in KI entwickeln sich schneller als entsprechende Governance-Prozesse
Die Governance-Prozesse rund um den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) halten nicht Schritt mit der wachsenden strategischen Bedeutung ihres Einsatzes in den Betriebsabläufen institutioneller Investoren. Fast jeder Dritte (32 Prozent) gibt an, dass KI in einzelnen Bereichen ohne ausgereifte Governance eingesetzt wird, während 23 Prozent noch Richtlinien entwickeln und begrenzte Experimente durchführen. Nur 13 Prozent verfügen über unternehmensweite KI-Richtlinien mit klar definierten Anwendungsfällen für Investitionen.
Trotzdem steigen die Ausgaben für KI schnell an. So geben 38 Prozent der institutionellen Investoren an, dass KI-Tools in den nächsten 12 Monaten eine Priorität für Investitionsausgaben darstellen, noch vor Datenmanagement (46 Prozent) und Risikosystemen (33 Prozent).
Geopolitisches Risiko ist die größte kurzfristige Sorge, Technologie dominiert die längerfristigen Aussichten
Die Kräfte, die kurzfristige Entscheidungen prägen, unterscheiden sich von denen, die die langfristige Portfolioausrichtung bestimmen. Geopolitische Risiken sind die am häufigsten genannte kurzfristige Sorge und werden von 75 Prozent der institutionellen Investoren in den nächsten 12 Monaten als „erheblich“ eingestuft, gefolgt von Inflation (73 Prozent) und KI- oder Technologieumbruch (73 Prozent).
Über einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren sagen jedoch 83 Prozent der Befragten, dass Technologie, Automatisierung und weiterreichende Umbrüche für Anlagechancen und -risiken von Bedeutung sind – der höchste Wert unter den untersuchten strukturellen Trends.
„Kurzfristig prägen geopolitische Risiken und Inflation die Entscheidungen, während langfristig Technologie und umfassendere Umbrüche voraussichtlich einen stärkeren Einfluss auf die Renditequellen haben werden“, erklärt Jeffrey Dissmann, Leiter Investments, Marsh Deutschland. „Resilient zu bleiben bedeutet, die Risiken zu managen, die sich bereits in den Portfolios zeigen, und zugleich einige Annahmen zu überdenken, die in einem stärker von Umbrüchen geprägten Markt möglicherweise nicht mehr gelten.“
Über das Global Asset Owner Barometer 2026
Das Marsh Global Asset Owner Barometer 2026 erfasst die Ansichten von 430 globalen institutionellen Investoren mit einem verwalteten Vermögen von über 5,76 Billionen US-Dollar. Die Stichprobe umfasst institutionelle Investoren (Pensionsfonds, Versicherer, Staatsfonds und Stiftungen) sowie Vermögensverwalter (Asset Manager, Privatbanken, Family Offices) aus 25 Ländern in Nordamerika, Europa, im Nahen Osten und im asiatisch-pazifischen Raum. Die Erhebung wurde von CoreData Research mittels einer Online-Umfrage von Juni bis Juli 2026 durchgeführt.
Hinweis: An bestimmten Stellen der Forschungsanalyse vergleichen wir die Daten von 2026 mit früheren Large Asset Owner Barometer-Studien. Vergleiche werden dort gezogen, wo es klare Verschiebungen in der Dynamik oder im Verhalten gibt, und dienen dazu, eine Richtung vorzugeben, statt einen direkten Eins-zu-eins-Vergleich zu ermöglichen.
Über Marsh
Marsh (NYSE: MRSH) ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Risiko, Rückversicherung und Kapital, People und Investments sowie Managementberatung und berät Kunden in 130 Ländern. Mit einem Jahresumsatz von 27 Milliarden US-Dollar und mehr als 95.000 Mitarbeitenden hilft Marsh dabei, Vertrauen zu stärken und auf Grundlage unterschiedlicher Perspektiven fundierte Entscheidungen zu treffen. Weitere Informationen finden Sie unter marsh.com oder folgen Sie uns auf LinkedIn und X.