Wir entwickeln uns weiter. Mercer ist jetzt Teil der neuen, erweiterten Marke Marsh

Labour Relations: Miteinander statt gegeneinander

E.ON modernisiert mit Mercer seine Tarifverträge: Co-Kreation mit Mitbestimmung und Gewerkschaften schafft moderne, attraktive Arbeitsbedingungen.
Mit Unterstützung von Mercer hat E.ON innerhalb von zweieinhalb Jahren seine rund zwanzig Jahre alten Tarifverträge grundlegend modernisiert. Heute profitieren die Beschäftigten von attraktiven und zeitgemäßen Arbeitsbedingungen – in den Bereichen Arbeitszeit und Arbeitsort, Entgeltstrukturen sowie Nebenleistungen. Möglich wurde dies, weil E.ON einen neuen Weg beschritt: weg von klassischen Verhandlungen, hin zu echter Co-Kreation zwischen Unternehmen, Mitbestimmung und den Gewerkschaften ver.di und IGBCE. Fünf Fragen an Axel Winterwerber, Konzernbetriebsratsvorsitzender von E.ON.

Herr Winterwerber, warum mussten die Tarifverträge bei E.ON modernisiert werden?

Viele unserer Tarifverträge sind über zwanzig Jahre alt und stammen aus einer Phase, in der E.ON ein völlig anderes Geschäftsmodell verfolgte – damals lag unser Schwerpunkt in der Energieerzeugung. Heute konzentrieren wir uns auf das Netzgeschäft, den Vertrieb und Kundenlösungen. Gleichzeitig hat sich die Arbeitswelt massiv verändert: Die jüngere Generation stellt andere Erwartungen an ihren Arbeitgeber, hybride Arbeit bringt neue Anforderungen mit sich und der demografische Wandel verschärft den Wettbewerb um Fachkräfte. Für Arbeitgeber und Mitbestimmung war daher klar: Unsere Arbeitsbedingungen müssen zukunftsfähig werden.

Neue Arbeitsbedingungen hätten auch klassisch verhandelt werden können. Warum haben Sie sich für einen anderen Weg entschieden? 

Uns war schnell klar, dass wir mit herkömmlichen, oft langwierigen Verhandlungen kaum die besten Ergebnisse erzielt hätten. Jede Partei hätte Forderungen vorgetragen, und am Ende wäre vermutlich ein Kompromiss herausgekommen – aber nicht unbedingt die optimale Lösung für unsere Kolleginnen und Kollegen. Wir brauchten einen Ansatz, der die tatsächlichen Bedürfnisse der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellt und alle relevanten Akteure von Beginn an konstruktiv einbindet. 

Wie sind Sie konkret vorgegangen?

Zunächst haben wir unsere mehr als 35.000 Beschäftigten in Deutschland befragt: Wie zufrieden sind sie mit den bestehenden Arbeitsbedingungen? Was wünschen sie sich? Die Umfrage – mit einer sehr hohen Beteiligung – bildete die Grundlage für den gesamten Prozess. In paritätisch besetzten Arbeitsgruppen aus Arbeitnehmer- und HR-Vertreterinnen und -Vertretern wurden die Ergebnisse analysiert. Anschließend entwickelten wir in drei Co-Kreation-Sprints konkrete Ideen zu neuen Arbeitsbedingungen – unsere sogenannten Mitarbeiterversprechen in den Bereichen Arbeitszeit und -ort, Entgeltstrukturen und Nebenleistungen. Diese Versprechen wurden anschließend weiter validiert und in Regelungstexte überführt. Ergänzend haben wir eine Tarifkommission für die Modernisierung eingerichtet und intensiv in den Prozess eingebunden. 
Neben inhaltlichen Impulsen prägte Mercer den Prozess maßgeblich und stärkte das Stakeholder-Management. Diese professionelle, vertrauensvolle Begleitung war für uns von unschätzbarem Wert – und ist in dieser Form einzigartig im deutschen Beratungsmarkt.

Axel Winterwerber

Was haben Sie erreicht?

In Rekordzeit konnten wir drei politisch bindende Rahmenvereinbarungen für E.ON in Deutschland verabschieden – mit insgesamt 25 attraktiven Mitarbeiterversprechen. Sie gelten einheitlich für alle Mitarbeitenden, unabhängig von ihrem Arbeitsort oder dem jeweils angewendeten Tarifvertrag.

Aktuell überführen wir die Versprechen in tarifliche und betriebliche Regelungen, sodass sie rechtlich wirksam werden und unsere Kolleginnen und Kollegen sie nutzen können. Ein großer Teil ist bereits umgesetzt. Die meisten Angebote stehen ab dem 1. Januar 2026 zur Verfügung, darunter beispielsweise die Familienstartzeit - eine vierwöchige bezahlte Freistellung für Väter und denen gleichgestellte Elternteile bei der Geburt oder Adoption eines Kindes.

Das macht E.ON noch attraktiver als Arbeiter…

Die Mitarbeiterversprechen stärken unsere Attraktivität als Arbeitgeber – und gleichzeitig hat der gemeinsame, kooperative Prozess die Sozialpartnerschaft innerhalb des Unternehmens nachhaltig gefestigt. Diese besondere Vorgehensweise wird auch extern anerkannt: Kürzlich wurden wir mit dem Deutschen Betriebsrätepreis in Bronze ausgezeichnet. 

Welche Rolle spielte Mercer bei Ihrem Vorhaben und wie haben Sie die Zusammenarbeit mit uns erlebt?

Mercer stellte uns einen sehr erfahrenen Berater zur Seite, der im besten Sinne neutral agierte – und dem HR, Mitbestimmung und Gewerkschaften gleichermaßen vertrauten. Er unterstützte uns methodisch, moderierte die drei Co-Kreation-Sprints in der Anfangsphase und beriet sowohl die Arbeitsgruppen als auch die Projektleitung. Neben wichtigen inhaltlichen Impulsen prägte Mercer den Prozess maßgeblich mit und stärkte das Stakeholder-Management über die gesamte Projektlaufzeit hinweg. Diese professionelle, vertrauensvolle Begleitung war für uns von unschätzbarem Wert – und ist in dieser Form sicherlich einzigartig im deutschen Beratungsmarkt. 
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