Secondaries: Continuation oder Conflict?
Der Markt für Sekundärtransaktionen („Secondaries“) hat sich von einer Nischenlösung für Liquidität zu einem festen Bestandteil des institutionellen Portfoliomanagements entwickelt.
Liquidität ist im Bereich Private Capital sowohl eine Einschränkung als auch eine Chance. Nach starkem langjährigen Wachstum privater Anlageklassen und längeren Lebenszyklen privater Unternehmen, halten viele Investoren reife Portfolios. Aktive Umschichtungen dieser Positionen sind daher gerade bei sophistizierten Investoren immer häufiger. Gleichzeitig sehen Private Markets GPs in ausgewiesenen Firmen, welche sie selbst erfolgreich über einige Jahre betrieben haben, weiterhin Wertschöpfungspotenzial. Dieses kann über Continuation Funds entsprechend freigegeben werden.
Daher sind Secondaries nicht mehr nur Transaktionen, in welchen hauptsächlich der Weiterverkauf von LP-Anteilen mit Abschlägen erfolgt. Heute umfassen sie zu einem grossen Teil auch GP-led-Transaktionen, die für existierende Investoren optionale Liquidität schaffen, für die GPs das Halten und die Wertschöpfungsphase besonders überzeugender Vermögenswerte verlängern, und für neue Secondaries Investoren durch Investments in Continuation Vehicles eine Diversifikationsmöglichkeit als Teilaktiven Portfoliomanagements ermöglichen.
Basierend auf einer Analyse von Mercer, die sich auf 148 zwischen 2021 und 2025 getätigten Private-Equity und Real Assets — darunter 117 GP-led-Transaktionen von Continuation Vehicles[1] — bezieht, untersucht dieser Bericht, wie sich Preisgestaltung, Konditionen und mit GP-leds zusammenhängende Interessenangleichung und Konfliktsituation mit zunehmender Marktreife entwickeln.
Bei GP-led Secondaries müssen im Underwriting-Prozess Transaktionen mit echter Kontinuität der Wertschöpfung von solchen mit klarem Konfliktpotenzial getrennt werden. Diese Disziplin wird die Glaubwürdigkeit des Marktsegmentes und deren Ergebnisse für Investoren positiv prägen.
Global Head of Secondaries