Jahrestagung DER BETRIEB: Flexibilität, Transparenz & De-Risking
11 September 2026
Wie gewinnt die betriebliche Altersversorgung als zunehmend wichtige Säule mehr Verbreitung? Welche Leitplanken setzt die Rechtsprechung? Und welche Rolle spielen Transparenz und Datenqualität in der Umsetzung? Diese Fragen und noch viel mehr wurden auf der Tagung heiß diskutiert.
Impulse für die bAV von morgen
Reformimpulse: Anreize und Gestaltungsfreiräume über Reichweite
Flexibilität. Klarheit. Obligatorium?
Praxisblick: Was Teilnahmequoten wirklich erhöht
Rechtsprechung: Orientierung durch aktuelle BAG-Linien
Stephanie Rachor (Vorsitzende Richterin am Bundesarbeitsgericht) ordnete aktuelle Linien praxisnah ein, u. a. zu Zuschusspflichten, Anpassungsfragen und Konstellationen bei Arbeitgeberwechseln. Der Kernpunkt für die Umsetzung: Unternehmen stärken ihre Position, wenn sie Entscheidungen sauber dokumentieren, Schnittstellen zum Versorgungsträger aktiv steuern und typische Fehlerquellen frühzeitig adressieren.
Prof. Dr. Annekatrin Veit (Luther) gab einen kompakten Überblick über aktuelle lohn- und bilanzsteuerrechtliche Entwicklungen in der bAV, von Fördergrenzen und Gestaltungsspielräumen bis zu praxisrelevanten Rechtsprechungslinien.
Transparenz & Fair Pay: Vorbereitung wird zum Wettbewerbsvorteil
Mit Blick auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie zeigte Prof. Dr. Gregor Thüsing (Universität Bonn): Auch vor der nationalen Umsetzung lohnt sich Vorbereitung – organisatorisch, rechtlich und datengetrieben.
Peggy Backasch (Deutsche Telekom) machte deutlich, dass Entgelttransparenz kein „reines HR-Thema“ mehr ist, sondern ein konzernweites Transformationsprogramm. Im Mittelpunkt stehen belastbare Datenlogik und Governance, von der Harmonisierung der Lohnarten bis zur Dokumentation von Entscheidungs- und Bonuslogiken. Als Praxisbeispiel verwies sie auf skalierbare Reporting- und Auskunftsprozesse (u. a. systemgestützt), die bereits heute eine hohe Zahl individueller Anfragen effizient abbilden. Ihr Fazit: Wer Führungskräfte frühzeitig befähigt und IT sowie Kommunikation konsequent einbindet, schafft Transparenzfähigkeit und reduziert spätere Reibungsverluste bei Umsetzung und Mitbestimmung.
Auch Nicole Roth und Lutz Merkler (Schwarz Corporate HR Solutions) betonten in ihrem Vortrag die Wichtigkeit der Transparenz und zeigten, wie ein digitales Vorsorgeportal als „Single Point of Truth“ Orientierung für Mitarbeitende schafft. Zudem erhöhe es die Nutzung von Arbeitgeber-Benefits nachhaltig. Ihre Botschaft: Nicht auf den Gesetzgeber warten, sondern „Voraushandeln“.