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Pensionsverpflichtungen im DAX 40 zu über 87 Prozent durch Kapital gedeckt 

17 März 2026

Während an den Anleihemärkten im Jahr 2025 Kursverluste zu beobachten waren, haben sich die anderen Anlageklassen überwiegend positiv entwickelt. 

In der Summe hat sich das Pensionsvermögen im DAX 40 jedoch kaum verändert: von 261 Mrd. Euro auf etwa 258 Mrd. Euro, wie die aktuelle Hochrechnung des Beratungsunternehmens Mercer auf Basis der zuletzt veröffentlichten Geschäftsberichte der DAX-40-Unternehmen sowie aktueller Kapitalmarktinformationen zeigt.

Die Entwicklung an den Anleihemärkten bedeutete auch im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg des Rechnungszinssatzes. Dadurch sank der Wert der Pensionsverpflichtungen in den IFRS-Abschlüssen der DAX-Unternehmen von 317 Mrd. Euro um ca. 21 Mrd. Euro auf etwa 296 Mrd. Euro.

Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen stieg damit um mehr als 6 Prozentpunkte an und erreichte einen neuen Rekordwert von über 87 Prozent.

Die Hochrechnung berücksichtigt alle Geschäftsberichte der DAX-Unternehmen, die bis zum 13. März 2026 veröffentlicht wurden. Das umfasst über 90 Prozent der Pensionsverpflichtungen und des Deckungsvermögens.

Die Ergebnisse der Hochrechnung bestätigen weitgehend die Schätzung, die Mercer bereits im Januar vorgelegt hatte.

Der gestiegene Zins und der damit verbundene hohe Deckungsgrad eröffnen den Unternehmen weitere De-Risking-Möglichkeiten. Insbesondere Ausfinanzierungsformen wie der Pensionsfonds und die Nutzung von Rentnergesellschaften können operationelle und bilanzielle Risiken weiter reduzieren. Außerdem können die Liquiditätsabflüsse vermindert bzw. optimiert und auch die Kosten der gesetzlichen Insolvenzsicherung können mit Pensionsfondslösungen gesenkt werden.

Dr. André Geilenkothen

Leiter Pension Funding Consulting, Mercer Deutschland

Pensionsvermögen verändern sich kaum

Zum dritten Mal in Folge haben sich die Kurse an den Kapitalmärkten positiv entwickelt. Eine Ausnahme bildete lediglich die Seitwärtsbewegung an den Anleihemärkten. Trotz der positiven Entwicklung dreier aufeinanderfolgender Jahre ist der Höchststand von fast 300 Mrd. Euro vom 31.12.2021 noch nicht wieder erreicht.

Die Änderung der Zusammensetzung des DAX 40 hat nur geringfügige Auswirkungen auf den Umfang des Pensionsvermögens. Im Herbst haben die Porsche AG (nicht aber die Porsche Automobil Holding) und Sartorius den DAX verlassen, während GEA Group und Scout24 neu aufgenommen wurden. Das führte zu einem Anstieg des Pensionsvermögens von lediglich einer halben Mrd. Euro.

Trotz des allgemeinen Trends zur Ausfinanzierung waren die Zahlungen aus dem Planvermögen erneut höher als die neuen Zuwendungen des Jahres 2025. Das führte zu einem Mittelabfluss von etwa 7 Mrd. Euro.

Es verbleibt ein Anstieg von etwa 4 Mrd. Euro, der auf Kapitalmarkterträgen und Währungsumrechnungen beruht und zusammengenommen einer Rendite von weniger als 2 Prozent entspricht. Das ist deutlich weniger, als sich aus den Schätzungen anhand der Kapitalmarktdaten ergeben hatte.

Dies lässt vermuten, dass die realisierte Performance für einzelne Assetklassen hinter den Renditen der Benchmarks zurückgeblieben ist und zusätzliche Verluste aus Währungspositionen zu vermelden waren. Hier zeigt sich wie wichtig Implementierungseffizienz ist, um eine strategische Asset-Allokation sauber umzusetzen.

Positives Kapitalmarktjahr 2025 trotz großer (geo-)politischer Unsicherheiten

Das Jahr 2025 hat eindrücklich vor Augen geführt, wie stark geopolitische Unsicherheiten und der rasche Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz die Marktdynamik prägen. Diese Kombination schafft gleichzeitig spürbare Risiken, aber auch neue Anlagechancen, nicht zuletzt durch divergierende Entwicklungen in Währungsräumen und Industriesektoren.

Jeffrey Dissmann

Leiter Investments, Mercer Deutschland

Die Inflation verlief 2025 in den USA und der Eurozone unterschiedlich: In der Eurozone schwächte sich die Inflationsrate im Jahresverlauf deutlich ab und erreichte das Zielniveau, während sie in den USA insgesamt höher blieb. Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte mit vier Leitzinssenkungen zu jeweils 25 Basispunkten (bp); der Einlagenzinssatz liegt aktuell bei 2,0 Prozent. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) agierte vorsichtiger, nicht zuletzt aufgrund der Unsicherheit über die Effekte der von der US-Regierung eingeführten Zölle. Zinssenkungen in den Monaten September, Oktober und Dezember (jeweils mit 25 bp) folgten auf schwächere Konjunkturdaten und einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt. Den Anstieg der Inflation wertete man als vorübergehend.

Die Abschwächung des US-Dollars gegenüber dem Euro und anderen Währungen minderte die Renditen von US-Dollar-Anlagen aus Euro-Perspektive. Dadurch schnitten Aktien aus der Eurozone und aus Schwellenländern in Euro deutlich besser ab als US-Aktien. Trotz starker Turbulenzen im April (rund um den Liberation Day) schlossen die Aktienmärkte das Jahr 2025 mit positiven Renditen.

Anleihen blieben wichtige Ertragsbausteine, zeigten aber deutliche Differenzen nach Laufzeit, Bonität und Region. Langlaufende Anleihen litten unter Inflations- und Staatsverschuldungssorgen. Die Risikoaufschläge für Investment-Grade-Anleihen blieben eng und stabil; High-Yield-Anleihen waren wegen Rezessionsängsten deutlich volatiler.

Zentrale Indexstände (in Euro): MSCI World Total Return +7,2 Prozent, MSCI Emerging Markets Total Return +18,5 Prozent, MSCI Europe Total Return +20,1 Prozent. Globale Anleihen (Bloomberg Global Aggregate TR in EUR) schlossen mit −4,6 Prozent, während europäische kurzlaufende Anleihen (Bloomberg Euro Aggregate TR 1–3 Jahre) +2,6 Prozent erzielten (Stand zum 31.12.2025).

Die Pensionsverpflichtungen sinken leicht

Der Wert der Pensionsverpflichtungen in den IFRS-Abschlüssen der DAX-Unternehmen ist von 317 Mrd. Euro auf etwa 296 Mrd. Euro gesunken. Auch hier führen die Veränderungen in der Zusammensetzung des DAX 40 nur zu einer Erhöhung von etwa einer halben Mrd. Euro. Der Saldo aus Dienstzeitaufwand, Zinsaufwand und Zahlungen ist nahezu ausgeglichen. Hieraus ergibt sich eine Erhöhung des Verpflichtungswertes um weniger als eine Mrd. Euro.

Der Rückgang aufgrund versicherungsmathematischer Gewinne beläuft sich daher sogar auf etwa 17 Mrd. Euro und lässt sich im Wesentlichen durch die deutliche Zinserhöhung erklären. Aufgrund der Schätzung war ein höherer Betrag zu erwarten gewesen; offenbar waren die Unternehmen bei der Rechnungszinserhöhung etwas zurückhaltender als erwartet.

Dennoch bestätigt es, dass der Rechnungszinssatz die entscheidende Einflussgröße für die Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ist. Die Mercer Yield Curve, das Zinsberechnungsverfahren von Mercer, zeigt im Jahr 2025 einen Anstieg des Rechnungszinssatzes von etwa 0,8 Prozentpunkten für eine durchschnittliche Restlaufzeit (Duration) von 15 Jahren. Bei einer kürzeren Duration (z. B. ausschließlich laufende Leistungen) war der Anstieg geringer, bei einer längeren Duration (z. B. ausschließlich aktive Beschäftigte) war der Anstieg höher. Ähnlich sah die Entwicklung bei Verwendung der Berechnungsmethoden anderer Gutachterhäuser oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aus.

Die tatsächliche Veränderung des Rechnungszinssatzes der DAX-Unternehmen hängt vom verwendeten Verfahren, der Zusammensetzung des Personenbestandes, den konkreten Zusagen und weiteren Faktoren ab. 

Der Anstieg des Rechnungszinssatzes ist die entscheidende Ursache für die Entlastung bei der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen und den Anstieg des Deckungsgrades.

Thomas Hagemann

Chefaktuar, Mercer Deutschland

Die Inflation hat sich im Jahresverlauf weiter normalisiert. Um den Jahreswechsel lag die jährliche Inflation immer noch über 2 Prozent, mittelfristig war aber mit einer Annäherung an das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank zu rechnen. Das bestätigen sowohl Marktdaten als auch Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Einzelne DAX-Unternehmen werden daher auch die Annahme für die künftigen Rentensteigerungen (Rententrend) zurückgenommen und somit weitere Entlastung geschaffen haben.

Dass die Inflationsrate durch den Krieg im Nahen Osten wieder ansteigen kann, war bei Aufstellung der Jahresabschlüsse noch nicht absehbar und spielte somit keine Rolle.

Bilanziell beeinträchtigen Schwankungen der Rendite des Pensionsvermögens und der Annahmen für die Verpflichtungswerte nicht den ausgewiesenen Unternehmenserfolg. Nach IAS 19 sind sie vielmehr erfolgsneutral auszuweisen.

Deckungsgrad gestiegen

Der Deckungsgrad – also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen – erreichte Ende 2024 bereits ein Rekordhoch von 82 Prozent. 
87%

Vor allem aufgrund des Rückgangs der Verpflichtungswerte ist dieser Wert nun weiter in die Höhe geschnellt und liegt mit über 87 Prozent so hoch wie nie.

Innerhalb des DAX 40 gibt es eine große Bandbreite: Etwa ein Viertel der Unternehmen hat einen Deckungsgrad von unter 50 Prozent, während etwa ein Drittel sogar über 100 Prozent liegt. In Deutschland liegt eine Ausfinanzierung im Ermessen des Unternehmens; eine Verpflichtung gibt es nicht.

Auch wenn der Rekordwert für den Deckungsgrad vor allem dadurch erreicht wurde, dass der Rechnungszins trotz insgesamt hoher Kapitalanlagerendite gestiegen ist, zeigt sich in der langfristigen Entwicklung des Deckungsgrades der weiterhin bestehende Trend zur freiwilligen Ausfinanzierung. Die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen ist dabei immer ein Mittel des De-Riskings und führt somit generell zu einer Abmilderung von Bilanz- und Liquidationsrisiken. 

Die Nutzung einer Treuhandlösung stellt dabei meist den ersten Ausfinanzierungsschritt dar – Vermögen wird zweckgebunden den Versorgungsverpflichtungen zugewidmet und entlastet die Bilanzen und die künftige Liquiditätsplanung. Bei Bedarf können Treuhandlösungen auch mit einem Pensionsfonds kombiniert werden, um eine echte Auslagerung und damit eine weitere operative Entlastung zu erzielen. Und auch bei der Schaffung von Rentnergesellschaften empfiehlt sich die Einbindung von Treuhandlösungen – sie stellen die Zweckbindung im Sinne einer Good Governance auch in diesem besonderen Umfeld bestmöglich sicher.

Dr. André Geilenkothen

Leiter Pension Funding Consulting, Mercer Deutschland

Kapitalmarktausblick für das Jahr 2026

Das Jahr 2026 begann mit einem moderaten globalen Wirtschaftswachstum, gestützt durch investitionsgetriebene Impulse in der Eurozone und robustes Wachstum in den USA, insbesondere im KI-Sektor. Geopolitische Spannungen, darunter der Iran-USA-Konflikt, die Festnahme Venezuelas Präsidenten, Eskalationen in Grönland sowie Trumps Zolldrohungen gegen europäische Länder, führten zu erhöhter Unsicherheit und volatilen, aber konstruktiven Finanzmärkten. Insbesondere der Iran-USA-Konflikt hat zu einer signifikanten Zunahme der Volatilität an den Kapitalmärkten geführt.

Die Aktienmärkte reagierten mit starken Kursschwankungen und erhöhter Risikoaversion. Anleihen profitierten von einer Flucht in sichere Staatsanleihen, während gleichzeitig Inflationserwartungen die Märkte belasteten. Besonders stark schwankten die Rohstoffpreise, vor allem Öl, das aufgrund von Versorgungsängsten zeitweise stark anstieg.

Nichtsdestotrotz, verzeichneten globale Aktien einen soliden Start im Jahr 2026, europäische Aktien lieferten positive Renditen, während ein schwächerer US-Dollar ungesicherte Euro-Investoren belastete. Die Anleihenrenditen blieben moderat bei stabilen Zinsen. Die EZB hält die Leitzinsen stabil. Durch die Nominierung von Kevin Warsh als neuen FED-Vorsitzenden ist die Stimmung am Kapitalmarkt in Bezug auf die FED eher restriktiv.

Für die Eurozone prognostiziert Mercer ein Wachstum von rund 1,4 Prozent, gestützt durch Investitionen in Deutschland sowie höhere Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung, wobei strukturpolitische Reformen die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern sollen. Das Lohnwachstum bewegt sich auf angemessenem Niveau, und die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) liegen stabil um die neutrale Marke von 50.

Die Wirkung höherer Ölpreise auf die Inflation hängt vom Ausmaß und der Dauer des Preisschocks sowie von der Energieabhängigkeit der jeweiligen Volkswirtschaft ab; ein großer und anhaltender Schock könnte die Gesamtinflation spürbar erhöhen und somit die Wachstumsprognosen deutlich nach unten korrigieren.

„Vor dem Hintergrund dieses wirtschaftlichen und vor allem geopolitischen Umfelds birgt das Kapitalmarktjahr 2026 weiterhin sowohl Chancen als auch Risiken”, erläutert Dissmann. „Die Herausforderung für Pensionsinvestoren besteht darin, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten und ein robustes Governance-Konzept zu implementieren. Jetzt ist ein opportuner Zeitpunkt, um eine gezielte Risikoreduzierung in den Pensionsbilanzen zu planen und den hohen Ausfinanzierungsgrad zu sichern.” 

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Rechnungszins für IFRS/US-GAAP/HGB-Bewertungen

Um Unternehmen bei der Festlegung des Rechnungszinses zu unterstützen, informieren wir monatlich über den Rechnungszins für IFRS-, US-GAAP- und HGB-Bewertungen von Pensionsverpflichtungen. 

De-Risking: Welche Optionen sind sinnvoll? 

Wie können Pensionsrisiken durch Ausfinanzierung gezielt gesteuert oder reduziert werden?

 

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Über den/die Autor:in(nen)
Jeffrey Dissmann

Leiter Investments, Mercer Deutschland

Thomas Hagemann

Chefaktuar, Mercer Deutschland GmbH

Dr. André Geilenkothen,

Leiter Pension Funding Consulting  

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