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Die neuen Spielregeln für Co-Investments 

Co-Investments bieten für 
professionelle Investoren Vorteile wie niedrigere Gebühren, höhere  Nettorenditen  oder schnellere Kapitalallokation. Kurz gesagt: Sie sind ein strategisches Werkzeug zur Portfoliooptimierung. Doch die Umsetzung ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Leonard Niesel, Principal Infrastructure Investments bei Mercer, ordnet in der «Finanz und Wirtschaft»-Sonderbeilage «Private Markets» ein. 

Co-Investments sind heute bewährte Instrumente im Private Markets-Umfeld. Das Konzept scheint einfach: Ein General Partner (GP) – also der Private-Equity-Manager – bietet einem Limited Partner (LP) die Möglichkeit, direkt Minderheitsbeteiligungen an einzelnen Portfoliounternehmen zu erwerben, die vom GP eines Fonds akquiriert werden. Eine Win-Win-Situation für GPs und LPs also? 

Kapitalbedarf, Diversifikation oder Beziehung – warum GPs Co-Investments anbieten 

Der häufigste Grund für Co-Investments ist die Überschreitung der Konzentrationsgrenzen. Private-Equity-Fonds dürfen meist nicht mehr als 10 bis 20 Prozent ihres Volumens in ein einzelnes Unternehmen investieren. Identifiziert ein Manager aber ein «Trophy Asset» - also einen Deal mit hoher Qualität, dessen Grössenordnung aber die Limiten sprengt – sind Co-Investoren die Lösung. Oft lädt der GP nur eine ausgewählte Gruppe vertrauenswürdiger LPs ein, die sich durch Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und effektive Kommunikation in der Vergangenheit bewährt haben.

GPs nutzen Co-Investments auch strategisch, um Partnerschaften mit ausgewählten LPs zu stärken und wichtige Investoren enger zu binden – selbst wenn die Transaktion innerhalb der Fondskapazität liegt. Solche bilateralen Deals sind weniger eine Notwendigkeit, sondern ein strategisches Signal im Fundraising. Und eines ist sicher: Diese Einladungen erfolgen nie beiläufig.

Kritisch kann es werden, wenn Co-Investments nicht für neue Akquisitionen, sondern für bestehende Portfoliounternehmen gesucht werden. Bei Liquiditätsengpässen oder fehlendem Capex und wenn der Hauptfonds keine Reserven mehr hat oder der GP sein verbleibendes «Dry Powder» nicht einsetzen will, wendet er sich an Co-Investoren. Oft wird dies als «Wachstumsfinanzierung» oder «Add-on-Akquisition» bezeichnet. LPs müssen hier genau prüfen: Dient das Kapital wirklich der Expansion oder werden nur Löcher in der Bilanz gestopft? 

Operative Exzellenz als Voraussetzung 

Co-Investments lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: «Beta»-Deals sind in der Regel grössere, weniger komplexe Transaktionen mit hoher Kapazität, während «Alpha»-Deals kleiner, komplexer und zeitkritischer sind. Letztere werden nur vertrauenswürdigen LPs angeboten, von denen der GP weiss, dass sie das Co-investment rechtzeitig umsetzen können.

LPs brauchen daher dedizierte Teams, die schnelle Due-Diligence-Prüfungen durchführen und zügig entscheiden. GPs fordern heute Zusagen in Rekordzeit, oft innerhalb von 10 bis 14 Tagen. Die Abstimmung bei Gebühren, Governance und Exit-Timing erfordert ein effizientes Management der oft begrenzten Kapazitäten der LPs – bei gleichzeitig steigenden regulatorischen Anforderungen.

Letztlich verlangen Co-Investments mehr als Kapital: Ressourcen um die Entscheidungsfähigkeit zu beschleunigen und die Kompetenz, Risiken und Potenziale präzise zu bewerten, spielen eine ebenso wichtige Rolle. Für viele LPs entsteht hier ein gefährliches Ungleichgewicht: Sie haben weder Personal noch Zeit, die Tiefe der GP-Analyse zu replizieren. Das kann zu einem Herdenverhalten führen, bei dem man sich blind auf die Prüfung des GPs verlässt – mit erheblichen Risiken für die eigene Performance. 

Die neue Gebührenrealität 

Die meisten LPs wollen heute grössere Kapitalanteile in Co-Investments investieren und erwarten von ihren GPs einen breiteren Dealflow. Doch hier liegt der Haken: Um Zugang zu Co-Investments zu erhalten, müssen LPs ihre Verpflichtungen gegenüber den Hauptfonds aufrechterhalten. Erhöhen sie ihre Co-Investment-Allokationen, kann das paradoxerweise ihre Hauptfondsverpflichtungen reduzieren – und damit den Zugang zu den begehrten Co-Investments einschränken. Wie finden LPs also das optimale Gleichgewicht zwischen Kapitalallokation und Zugang?

Diese Spannung hat das ehemals gebührenfreie Co-Investment-Modell verändert. GPs erheben zunehmend Managementgebühren und Carry – oft analog zum Hauptfonds. Beispielsweise liegen die Managementgebühren bei 1-2% und der Carry bei 20% über einer Hürde von 8%. In manchen Fällen liegen die Gebühren etwa bei der Hälfte davon. Zudem werden LPs zunehmend mit Kosten für Due-Diligence-Prüfungen belastet, auch für gescheiterte Deals. 

Wir sehen jedoch, dass LPs mit starker Verhandlungsposition – jene, die Einfluss, Kapital oder strategischen Wert mitbringen – oft Ermässigungen der Gebühren erzielen können. Vor allem für strategische Anker-LPs und Investoren, die grosse Tickets platzieren oder schnell zusagen («Reliable Capital»), bleibt das Co-Investment ein effektives Mittel zur Senkung der Durchschnittskosten.   

Mercer Alternatives AG 

Wenn Sie Ihre Private Markets-Portfolios heute optimal steuern wollen, ist das Verständnis der Feinheiten von Co-Investments entscheidend – von Deal-Zugang und operativen Anforderungen bis zu den sich wandelnden Gebührenstrukturen. Bei Mercer Alternatives AG sind wir Ihr umfassender LP-GP-Berater. Mit unserem globalen Netzwerk zu führenden GPs und unserer langjährigen Erfahrung im Co-Investment-Markt entwickeln wir für Sie massgeschneiderte Strategien und führen gründliche Due-Diligence-Prüfungen durch. So helfen wir Ihnen, attraktive Co-Investment-Chancen zu identifizieren und Ihr Portfolio widerstandsfähig aufzubauen.
Investments

FuW-Sonderbeilage «Private Markets»

Privatmarktanlagen sind fester Bestandteil moderner Portfolios. Doch mit dem Erfolg der Privatmärkte wächst auch die Verantwortung der Branche. 

The new rules for co-investments 

Co-investments offer institutional investors advantages such as lower fees, higher net returns, or faster deployment. In short: they are a strategic tool for portfolio optimization. However, implementation is more complex than it appears at first glance. 

Co-investments have become established instruments in private markets. The concept is straightforward: a General Partner (GP) – the private equity manager – offers a Limited Partner (LP) the opportunity to acquire minority stakes directly in individual portfolio companies that the GP’s fund is acquiring. Is this truly a win–win situation for both GPs and LPs? 

Capital needs, diversification or relationships: why GPs offer Co-investments 

The most common reason for co-investments is to address concentration thresholds. Private equity funds typically are restricted from investing more than 10 to 20 percent of their capital in a single company. However, when a manager identifies a "trophy asset" – a high-quality investment opportunity whose size exceeds these limits – co-investors provide a solution. Typically, the GP invites a select group of trusted LPs who have demonstrated responsiveness, reliability, and effective communication in previous engagements.

GPs also employ co-investments strategically to deepen relationships with select LPs, even when the transaction falls within the fund’s capacity. These bilateral deals serve less as a necessity and more as a deliberate strategic signal during fundraising. And one thing is certain: such invitations are always purposeful and carefully considered and never happen casually.

Co-investments become particularly critical when sought not for new acquisitions but to support existing portfolio companies. In situations involving liquidity shortages or capital expenditure (CapEx) shortfalls – especially when the main fund has exhausted its reserves or the GP prefers not to deploy its remaining "dry powder" – the GP may turn to co-investors. This is often characterized as "growth financing" or an "add-on acquisition." LPs must carefully evaluate such opportunities to determine whether the capital is genuinely intended for expansion or merely to address balance sheet deficiencies.

Operational excellence as a prerequisite 

Co-investments can be broadly divided into two categories: “Beta” deals, which are generally larger, less complex transactions with high capacity, and “Alpha” deals, which are smaller, more complex, and time-sensitive. The latter are offered only to trusted LPs whom the GP trusts to execute the co-investment promptly.

LPs therefore need dedicated teams capable of conducting rapid due diligence and making swift decisions. GPs now demand commitments at record speed, often within 10 to 14 days. Aligning on fees, governance, and exit timing requires efficient management of the often limited capacities of LPs—while regulatory requirements continue to increase.

Ultimately, co-investments require more than capital: resources to accelerate decision-making and the expertise to accurately assess risks and potential returns are equally important. For many LPs, this creates a significant challenge: they lack the staff and time to replicate the GP’s depth of analysis. This can lead to herd behavior, where LPs may rely blindly on the GP’s underwriting—with significant risks to their own investment performance. 

The new fee reality 

Many LPs seek to allocate larger shares of capital to co-investments and expect broader deal flow from their GPs. However, to gain access to co-investments, LPs must maintain their commitments to the main funds. Increasing co-investment allocations can paradoxically reduce their primary fund commitments - thereby limiting access to sought-after co-investments. So how do LPs find the optimal balance between capital allocation and access?

This tension has transformed the previously fee-free co-investment model. GPs increasingly charge management fees and carried interest – often aligned with those of the main fund. For example, management fees typically range from 1% to 2%, with carried interest at 20% over an 8% hurdle rate. In some cases, fees are approximately half these levels. Additionally, LPs are increasingly being charged for due diligence costs, even on unsuccessful deals.

We observe, however, that LPs with strong negotiating positions, those who bring influence, capital, or strategic value can often secure fee concessions. Especially for strategic anchor LPs and investors who make large commitments or commit quickly (“reliable capital”), co-investments remain an effective tool to reduce average costs. 

Ultimately, co-investments require more than capital: resources to accelerate decision-making and the expertise to accurately assess risks and potential returns are equally important. For many LPs, this creates a significant challenge: they lack the staff and time to replicate the GP’s depth of analysis. This can lead to herd behavior, where LPs may rely blindly on the GP’s underwriting—with significant risks to their own investment performance. 

Mercer Alternatives AG 

To effectively manage your private markets portfolios, understanding the nuances of co-investments - from deal access and operational requirements to evolving fee structures - is essential. Mercer Alternatives AG serves as your full-service LP–GP advisor. Leveraging our global network of leading GPs and extensive experience in the co-investment market, we develop tailored strategies and conduct thorough due diligence. We help you identify attractive co-investment opportunities and build resilient portfolios.
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Leonard Niesel
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