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“In the business world, the rear view
mirror is always clearer than the windshield.”
Warren
Buffett Die derzeitige
Volatilität in den Märkten und die Veränderungen der lokalen und globalen
Volkswirtschaften haben Altersversorgungspläne in den Mittelpunkt des Interesses
gerückt und das Ausmaß der Risiken aufgedeckt, denen Unternehmen mit
Pensionsplänen, wissentlich oder unwissentlich, ausgesetzt sind. Zweifellos ist
Trägern von leistungsorientierten (DB-)Plänen bewusst, dass sie den generellen
Wert dieser Pläne infrage stellen müssen. Neueste Untersuchungen im Vereinigten
Königreich, durchgeführt von der National Association of Pension Funds,
haben gezeigt, dass 25 Prozent derjenigen DB-Pläne, die aktuell noch
Leistungszuwächse gewähren, wohl geschlossen werden dürften. Unternehmen sehen
eindeutig die Notwendigkeit einer Neubewertung der Auswirkungen, die die
Gewährung laufender Altersversorgungsleistungen auf den Cashflow und die
zukünftige Verschuldung haben wird.
Es ist
wahrscheinlich, dass das gegenwärtige Umfeld Möglichkeiten eröffnen
wird, Veränderungen durchzusetzen, gegen die es zuvor noch Widerstand gab. Die
Verhaltensökonomik zeigt uns, dass Individuen zu einer kurzfristigen Betrachtungsweise neigen. Man
sollte denken, dass Arbeitnehmer, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen,
eher bereit wären zu akzeptieren, dass ihre Altersvorsorge angepasst werden muss.
Die derzeitigen Marktbedingungen haben allerdings nicht nur
Auswirkungen auf DB-Pläne. Mitglieder von beitragsorientierten (DC-)Plänen
erleben erhebliche Rückgänge des Werts
ihrer Altersvorsorge. Diejenigen, die kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand
treten, trifft dies am stärksten. Viele Arbeitnehmer gehen jetzt davon aus, dass sie
länger arbeiten müssen, weil sie es sich nicht leisten können, in den Ruhestand
zu gehen. Dies hat Folgen für die Personalwirtschaft. Da der Wert der weniger
planbaren, aber dennoch ins Kalkül zu ziehenden Teile eines Gesamtvergütungspakets sinkt
(z. B. Reduzierung von Überstunden oder Leistungsprämien), nimmt die Bedeutung des
Pensionsplans und anderer Nebenleistungen im Vergütungspaket eines Arbeitnehmers zu.
Viele
Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, beginnen als Reaktion
auf die Krise, Maßnahmen zu ergreifen: DB-Pläne werden geschlossen, Beiträge zu
den Sparplänen entweder reduziert oder aber ganz eingestellt. Es
bleibt abzuwarten, welche Verbreitung diese Maßnahmen finden werden. Die Unternehmen mit einer
ausgeglichenen Bilanz können es sich leisten, ihren Versorgungsplan und den Mehrwert, den er
für die Mitarbeiter schafft, ganzheitlich zu betrachten, anstatt reflexartig dem Wunsch nachzugeben, Kosten zu kontrollieren
oder Risiken zu eliminieren. Ungeachtet dessen, was der Grund für die Neuordnung der Altersvorsorge
ist, empfehlen wir Unternehmen, vier wesentliche Blickwinkel zu berücksichtigen – den externen, weiterhin
die Kosten- und Risikoperspektive, den Blickwinkel der Mitarbeiter und
schließlich die Perspektive der Arbeitgeber –, um sich ihre Ziele in der
Weise zu verdeutlichen, wie sie ihre Altersvorsorge anbieten oder ändern wollen.
Diese vier Perspektiven können im Übrigen ganz allgemein auf andere Nebenleistungen und das
Gesamtvergütungspaket übertragen werden.

Den richtigen Weg finden
Wie bei jedem Unterfangen kann sich die Frage, wo man
beginnen soll, als schwierig erweisen. Die in der vorstehenden Grafik enthaltenen Sichtweisen sind flexibel genug, um es
den Unternehmen zu ermöglichen, sie zur Spiegelung der eigenen Absichten und Unternehmensziele zu nutzen.
Dieselben Sichtweisen können bei neuen Planstrukturen, bei Änderungen an zukünftigen betrieblichen Nebenleistungen
und bei der Untersuchung von Optionen für die Umstellung von Leistungen insgesamt
berücksichtigt werden.
Der externe Blickwinkel
Ohne angemessene Berücksichtigung der gegenwärtigen und
der zu erwartenden Arbeitsmarktsituation und des Wettbewerbsumfelds für Altersvorsorgepläne werden die Ergebnisse den ursprünglichen
Ambitionen eines Projekts ggf. nicht gerecht. Eines der Ergebnisse bei der Berücksichtigung
der externen Perspektive sollte eine Rangliste sein, die aufzeigt, wie bestehende Altersversorgungspläne im
Vergleich zu Marktstandards in allen maßgeblichen Ländern abschneiden. Dies ist nicht nur eine Frage der
Plankosten, sondern auch der ihnen innewohnenden Risiken. Dabei sollte auch eine Überprüfung der derzeitigen und
anstehenden Altersvorsorgevorschriften in allen Ländern einfließen, um sicherzustellen, dass alle in Erwägung
gezogenen Änderungen den lokalen Rechtsvorschriften entsprechen.
Die Kosten- und Risikosicht
Im heutigen Umfeld für betriebliche Nebenleistungen wollen
Unternehmen zeigen, dass sie bei Abwägung aller Alternativen immer die Frage
berücksichtigt haben, an welcher Stelle des Kosten-Risiko-Spektrums ihre Versorgungsprogramme stehen
sollen. Wie wir in Ausgabe 14 der Perspectives beschrieben haben,
ist es möglich, den größten Teil der Zinsänderungs- und Inflationsrisiken in
DB-Plänen abzusichern. Mittlerweile ist sogar in einigen Ländern ein sogenanntes
“Mortality Hedging“ möglich. Es liegt in der menschlichen Natur, Sicherheit
gegenüber Unsicherheit zu bevorzugen, selbst dann, wenn das Ergebnis einen
geringeren materiellen
Wert hat. Daher besteht ein erheblicher Mehrwert darin, den Mitarbeitern Optionen für
ihre Altersvorsorge zu bieten, die eine gewisse Garantie – eventuell auf einem
niedrigeren Gesamtniveau, als es früher der Fall war – enthalten. Das
Problem besteht darin zu entscheiden, wie weit man gehen will, um den Mitarbeitern
Sicherheit zu bieten, und wie sich dabei das Risikobudget aufgrund der zunehmenden Veränderungen
der alternativen Strukturen verändert. Die Antwort sollte mehr sein als eine Cashflow- oder Aufwandsanalyse.
Die Auswirkungen auf das Engagement und die Leistung von Arbeitnehmern sind schwer zu
messen, aber es ist davon auszugehen, dass inhärente, reale Werte geschaffen werden.
Das Risikomanagement wird sich im Zeitablauf gegebenenfalls als eine Reaktion auf Veränderungen in der Struktur
und der Zusammensetzung der Planteilnehmer anpassen müssen. Die Frage, welche Entscheidungen getroffen werden, hängt z.
B. davon ab, ob sich Änderungen an den Leistungen nur auf
abgegrenzte Gruppen beziehen oder einen größeren Bereich innerhalb des Gesamtplans betreffen. Die Berücksichtigung des wirtschaftlichen Werts, von
Steuerpositionen und Fragen der Bilanzpublizität fließen in die Gleichung ein.
Es gibt eine breite Palette an auslösenden Momenten, die Arbeitgebern dabei helfen können, ihr Denken weiterzuentwickeln und zu Schlussfolgerungen hinsichtlich
des Gleichgewichts zwischen Kosten und Risiken zu gelangen, das für sie, ihre Arbeitnehmer
und alle Beteiligten gleichermaßen „richtig“ ist. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass
mittlerweile für zahlreiche Risiken Absicherungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Aus Sicht des Arbeitnehmers
Die Durchführung von Änderungen an
Versorgungsprogrammen, um Risiken und/oder
Kosten besser steuern zu können, bedeutet nicht, dass Arbeitnehmer notwendigerweise in der Rangordnung
absteigen. Die Aufmerksamkeit der Arbeitnehmer zu gewinnen und ihr
Engagement zu erhöhen könnte kurzfristig den Unterschied zwischen unternehmerischem Erfolg und bloßem
Überleben im neuen Umfeld ausmachen. Es gibt Wege, die potenziellen Auswirkungen einer
Planumstrukturierung auf Arbeitnehmer zu messen. Arbeitgeber müssen jedoch auch, bevor irgendwelche Umstrukturierungen
vorgenommen werden, Klarheit darüber gewinnen, welche Ergebnisse genau sie zusammen mit den
Arbeitnehmern mithilfe der Planumstrukturierung erzielen wollen. Employee surveys
consistently show that employees tend to undervalue the retirement savings
available to them. Taking this with the observation referred to above, that
individuals prefer certainty over uncertainty, it indicates that current
conditions offer plan sponsors a great opportunity to rationalize arrangements
while potentially keeping employees on their side.
Umfragen unter Arbeitnehmern zeigen immer wieder, dass sie dazu
tendieren, die ihnen zur Verfügung gestellten Beträge für die Altersvorsorge
zu unterschätzen. Zusammen mit der vorstehend beschriebenen Beobachtung, dass die Menschen
Sicherheit der Unsicherheit vorziehen, zeigt dies, dass die derzeitigen Bedingungen den
Planträgern eine gute Möglichkeit eröffnen, Maßnahmen verständlich zu erklären und
dabei die Arbeitnehmer auf ihrer Seite zu halten.
Arbeitgeber, die dem Schritt einer Planumstrukturierung
als solcher zurückhaltend gegenüberstehen, können wahrscheinlich immer
profitieren, wenn sie sich bemühen, das
Gesamtpaket neu zu gestalten. In Teilen der Welt werden Altersversorgungsleistungen nur deshalb ein
wichtigerer Teil des Gesamtvergütungspakets, weil die arbeitende Bevölkerung altert. Umfragen zeigen regelmäßig,
dass mit dem Alter der Arbeitnehmer auch die Bedeutung der
Frage nach der Altersversorgung zunimmt. Fasst man alles zusammen, sollten Arbeitgeber
mit guten besehenden Altersversorgungsprogrammen schon allein dadurch profitieren, dass sie effizient
kommunizieren, was die Arbeitnehmer gegenwärtig haben, um dann ihre Botschaft
gezielt an unterschiedliche Gruppen von Planmitgliedern zu richten.
Aus Sicht des Arbeitgebers
Ohne Berücksichtigung der Kosten- und Risikosicht geht es
hier um Personalplanung und -strategie sowie um die Auswirkungen
von Ruhestandsprogrammen auf das interne Management und die Verwaltung. Dabei sollte man von
einer ganzheitlichen Betrachtungsweise ausgehen und generelle Entlohnungsstrategien und das Ressourcenmanagement
einbeziehen.
Ruhestandsplanung ist per
definitionem sehr langfristig angelegt, die Unternehmensplanung
betrachtet oft nur Zeithorizonte von bis zu fünf Jahren. Auch politische, demografische, technologische und soziale
Veränderungen gehen schrittweise über lange Zeiträume vor sich. Eine
Herausforderung für heutige Unternehmen besteht darin, sich auf diese langsam vor sich gehenden
Veränderungen einzustellen und gleichzeitig einen effizienten und wettbewerbsfähigen Betrieb zu
führen.
Die Ankunft
In einer sich verändernden Welt sind eine Neubewertung
und ein Überdenken der Konditionen von Altersversorgungsplänen ein Muss. Bei
einer Vielzahl von Plänen
in einer Vielzahl von Ländern und einer ebenso großen Zahl von
Rechtssystemen kann die Herausforderung, die richtige Gelegenheit für Veränderungen zu
finden, abschreckend sein. Wir sind sicher, dass Sie, wenn Sie Ihre
bestehenden Versorgungsprogramme aus den in diesem Artikel beschriebenen vier Perspektiven betrachten, Möglichkeiten
finden werden, Kosten und Risiken zu reduzieren und darüber hinaus das Engagement der Arbeitnehmer
zu erhöhen.
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